| Referenzen |
Teilnehmer/innen:
Ich war neugierig darauf, etwas ohne
einen vorgefertigten Rahmen
mit Menschen aus aller Welt
zu entwickeln.
Roberta B. aus Italien
Ich hatte viel Spaß beim
Theaterspielen.
Es hat mein Bewusstsein erweitert.
Tsukasa O. aus Japan
Es war wichtig, dass die verschiedenen
Figuren wirklich einen anderen
Charakter haben.
Robbie A. aus Schottland
Fühlend lernt sichs besser - sehr inspirativ.
Astrid S. aus Berlin
Ein fröhliches Seminar mit vielen Aha-Erlebnissen.
Dr. Joachim W. aus Berlin
Die Theaterspiele, die ich im Deutschkurs spielte, haben mir unglaublich geholfen.
So eine Übung erfordert Kreativität und macht Mut, den man unbedingt braucht, um sich in einer
Fremdsprache zu unterhalten.
Senka H. aus den USA
Diese Erfahrung ist für mich sehr interessant und notwendig, um Deutsch zu lernen, weil man sich ohne Wörterbuch ausdrücken kann. Am Anfang nur mit drei Worten und dann immer besser zusammen mit der Körpersprache. Das war wertvoll auch für einen schüchternen Menschen wie mich, weil jeder etwas zu sagen hat.
Theaterspielen ist wie ein Fahrzeug, das uns immer in neue Situationen bringt, wo man mit Spaß Deutsch sprechen und neue Worte lernen kann.
Pio B. aus Italien
Man kann eine Sprache nicht sprechen, solange man mit ihr nicht spielen kann.
Alejandro B. aus Argentinien
Die kleinen Rollenspiele, die wir in dem Intensivkurs gespielt haben,
waren ziemlich erfolgreich. Es machte mir Spaß, so etwas im Kurs
zu tun, und es war eine gute Weise, den Kurs von Zeit zu Zeit ein bisschen zu verändern. Die Spiele waren oft sehr lustig, und es war auch
eine gute Chance für alle Studenten zu sprechen, denn normalerweise
gibt es ein paar, die kaum im Kurs sprechen. Eine gute Methode.
Amber H. aus den USA
Im Theaterkurs entstehen nach gespielten Szenen auch schriftliche Texte. Im Folgenden schreibt So F. seine Impressionen über die Silvesternacht, inspiriert von der Arbeit mit dem Gedicht von Erich Kästner: "Der Januar"
Fertig war’s, wie ich geplant hatte. Alles war wieder sauber. Dann konnte ich es
endlich gut finden, dass in einigen Stunden dieses Jahr weggeht und
ein neues Jahr kommt. 2007...wie war denn das? Eine neue Stadt, ein
neues Leben und neue Leute.
Wie würde ich das Jahr irgendwann später finden?
So dachte ich und nahm einen Schluck Bier. Dann um 23.57 am 31.Dezember 2007 bemerkte ich, dass die
Zigarettenschachtel schon leer war, deswegen rannte ich zum
Zigarettenautomaten, der vor meiner Wohnung steht, um innerhalb dieses
Jahres eine neue Schachtel zu kaufen. Zwar brauchte ich mich überhaupt
nicht zu beeilen, denn, wenn ein neues Jahr nun käme und da würde ich
noch keine Zigaretten haben, wär’s mir gar Wurscht, außerdem dürfte der
Automat nirgendwohin fliehen, doch sagte mir mein Gefühl, dass ich mit
neuen Zigaretten ein neues Jahr feiern solle. Als ich vor dem Automaten
aus meinem Beutel meinen Führerschein nahm, klang die Donnerstimme
heftig von überall her. Das war zwar nicht die erste, hat man sie doch schon seit dem
Abend gehört, doch war’s viel leiser, außerdem wurde sie mit der Zeit
lauter, so lauter. Mir war bereits klar, dass nun gerade 2008 kam.
Herzlich willkommen ein Neues oder auf Wiedersehen ein Altes. "Seid
umschlungen Millionen, diesen Kuss..." oder "Man steht am Fenster und
wird..."? Es bleibt die Frage, warum ich, wenn der Uhrzeiger 0 Uhr am
1. Januar schlägt, alles, was in den Augen scheint, sogar eine Wohnung,
die ich schon tausendmal des Tages gesehen habe, ich als irgendetwas
Neues oder Frisches finde, obwohl sie in Wirklichkeit allmählich immer älter
wird? Jedes Jahr habe ich dieses Gefühl, doch dauert es normalerweise
nur einige Tage, dann wird "ein neues Jahr" 3 Tage später schließlich
"dieses Jahr" 2008...wie wird das denn? Also träumte ich rauchend.
Woher ging die stille Nacht denn weg? Nun kam das Tamtam. Die Jungen
und Alten sahen wie verrückt nach dem Feuerwerk aus. Ich habe mich dann
gefragt: Was mache ich denn nun? Auf der kalten Straße suchte ich die
Antwort. Wer ganz allein ist, wie ich, könnte etwas tun oder geht’s ihm
besser, wenn er ins Bett ginge? Ich hatte keine Ahnung,
trotzdem wollte ich nicht zu Hause bleiben, wie Weihnachten. Ich stieg
vorerst in die S-Bahn ein, um wie es in dieser Stadt geht zu sehen. Die S 9
nach Schönefeld fuhr wie immer ganz still nach dem Osten. Allein,
als sie am Bahnhof Tiergarten ankam, sah ich, wie viele Menschen auf dem
Bahnhof standen. Was für ein merkwürdiges Bild, um Mitternacht außerdem
im Tiergarten, woher kamen diese Leute eigentlich?
Es war einfach nur der Anfang und der Zug fuhr weiter wie das letzte
Jahr. Jedes Mal, wenn er am Bahnhof ankam, stiegen immer mehr Leute
ein. Immer mehr. Naja gut, als ich noch in meinem Heimatland lebte, war
es doch viel schlimmer, mir wär’s ja egal! Aber die Geschichte ging
leider noch unangenehm weiter. Ein Junge, der mit seinen Freunden und
seinen Freundinnen in den Zug einstieg, hub zu grölen an. Ach nein,
hört doch auf und lasst mich doch mal in Ruhe. Ihr seid nicht irgendwo,
wir sind doch im Zug. Wenn man singen bzw. grölen hören wollte, wäre man
doch einfach zum Konzert gegangen. Zumindest wollte ich im Zug, der sich mit den
verdammt vielen Leuten füllte, und wenn dies Sängerchen Domingo wäre,
überhaupt niemanden singen hören. Das fand ich, während der Zug fort und
fort nach seiner Endstation fuhr.
Dann kam er nun am Alex an und einige Leute begannen auszusteigen. Das
wäre die Chance, dass ich ohne Riesenstress aussteige, fand ich. Mein
Ziel wurde deshalb entschieden, Alex. Der Alexanderplatz ist in meinen
Augen niemals besonders interessant. Wenn ich aber noch weiter gefahren
wäre, wär es mir auch wahrscheinlich so lästig, dass ich noch mal die
gleiche Strecke zurückfahre. Gut. Mal sehen. Im Bahnhof gab’s natürlich
auch viele Leute. Hier ist doch der Alexanderplatz, kann es wohl sein.
Nun ging ich nach draußen. Da sah ich so viel Müll.
Flaschen, Verpackungen und Feuerwerkskörper. Es macht zweifellos Spaß, dass
man ein neues Jahr trinkend mit dem Feuerwerk feiert, doch soll der
Mensch zumindest seinen eigenen Müll selber wegräumen! Ich dachte, wer
diesen riesigen Müll wohl in den Mülleimer werfen mag. Müllmänner oder
irgendein Arbeiter? Oder kommt der eigentliche BESITZER des Mülls am
morgen früh daher und dann wirft er ihn selber weg? So dachte ich nach
Westen zurückfahrend.
Als ich endlich nach Hause kam, wurde alles wieder still. In meinem
Zimmer gab es kein Geräusch mehr. Da lag ein neues Jahr. Wie es wird,
weiß niemand. Ob Frau Merkel nächstes Silvester noch die Kanzlerin wäre
bzw. ob die Ehefrau von Nicolas Sarkozy noch Carla Bruni wäre. Vor allem,
ob Soldaten zu Weihnachten zu Hause Pute mit ihrer Familie essen können.
Niemand weiß. Und ich meinerseits, wo werde ich denn nächstes Silvester
sein? So fragte ich mich selbst noch einmal einen Schluck trinkend.
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